Mit Herz und Hand zum Wundverband

Engagement in Asien

2013 bin ich zum ersten Mal in Asien gewesen: Sri Lanka, typischer Pauschalurlaub, 2 Wochen Sonne, Meer, Kultur und Essen.

Auf dem Weg in das nette Hotel sind mir viele Slums aufgefallen, in denen die Menschen in selbstgebauten Blech- oder Holzhütten lebten, die Kinder liefen ohne Schuhe durch Müll und Schlamm, ihre Kleidung war schmutzig und kaputt. Ich fühlte mich etwas peinlich berührt, denn ich wusste, dass ich bald in dem schönen Hotel mit All inclusive-Angebot einchecken würde. Mir wurde immer mehr bewusst, wie gut es mir und vielen anderen Menschen geht und wir viel öfter dankbar für die kleinen Dinge im Leben sein sollen … und vor allem habe ich gelernt, Ressourcen sinnvoll und bewusster zu nutzen, weniger verschwenderisch zu sein und zu teilen… dies war meinen Eltern bei meiner Erziehung schon immer wichtig.

In Sri Lanka besuchte ich mein erstes Waisenhaus, mitten im Nirgendwo und sehr spartanisch ausgestattet. Dort knüpfte ich erste Kontakte, informierte mich über alles, was ich wissen wollte und brachte anschließend einige benötigte Sachspenden vorbei (Geldspenden kommen für mich nicht in Frage).

Fortan reiste ich jedes Jahr nach Asien, in verschiedene Länder, und besuchte Waisenhäuser, Behindertenheime für Kinder, kleine Krankenhäuser, abgelegene Gesundheitszentren oder Gegenden mit großer Armut und ohne Zugang zur Gesundheitsversorgung. Auch diverse Hilfsorganisationen schaute ich mir genauer an… von den großen bis hin zu den kleinen nicht-gewinnorientierten Organisation: was ist ihr Konzept, was wird wie umgesetzt, wie transparent ist die Organisation?

Ich erweitere mein Wissen und meine Erfahrungen, sammelte Spenden in Form von Verbandsmaterialien, Salben, Hilfsmittel usw. (unglaublich, wie viel wir wegschmeißen, das woanders dringend benötigt wird) … Ich packte meinen Rucksack und Koffer, schickte Pakete mit den Spenden an jeweilige Kontakte und reiste los. Besonders Kambodscha habe ich sehr ins Herz geschlossen. Dort fing ich 2017 an, Menschen in Slums, Ghettos, abgelegenen Regionen und auf den Müllhalden in Sachen Wundversorgung und anderen pflegerischen Bereichen zu unterstützen. Ich knüpfte Kontakte, die mir bei der Übersetzung halfen, denn ich war alleine unterwegs und mit der englischen Sprache kam ich nicht immer weit. Aber auch mit „Hand und Fuß- Kommunikation“ wussten die Menschen, dass ich Ihnen helfen wollte. Sie nahmen es dankbar an und trotz der eigentlich traurigen Lage und der Kommunikationsschwierigkeiten, haben wir sehr viel gelacht. Durch private Spenden konnte ich Wasserpumpen und Toiletten bauen lassen, Hygieneartikel, Schulmaterial, Schuhe, Kleidung, Fahrräder sowie kleine Freunden für die Kinder kaufen. 

Bei einigen kleineren Organisationen bin ich mitgefahren, um ebenfalls Wunden bei Menschen zu versorgen, die keinen Zugang zur Gesundheitsversorgung haben. Ebenso habe ich mit einer Übungspuppe, selbstgestalteten Anleitungen und Übersetzern die Laienreanimation mit Lehrern in Schulen geübt, damit diese Ihr Wissen weitergeben können.

Auch einem damals 9 Jahre alten Jungen, der unbedingt Arzt werden will, habe ich die Basics der Wundversorgung bei akuten Wunden gezeigt, denn er hat mich stundenlang bei über 40 °C beobachtet, wie ich verschiedene Wunden versorgte… schließlich habe ich ihn eingebunden und ich erhalte immer noch Bilder, wie er den Menschen in seinem Dorf hilft. Im Juni 2019 habe ich Radis (der zukünftige Khmer-Arzt) das Messen von Blutdruck, Temperatur und Puls erklärt, und ihm die benötigten Instrumente gegeben, zudem eine Orientierungshilfe zur Interpretation der gemessenen Werte. Natürlich wurde alles für ihn übersetzt. Weiterhin werde ich Radis unterstützen, damit er seinen Traum erfüllen kann. 

Einige weitere Menschen, die mittlerweile gute Freunde geworden sind, unterstütze ich mit eigenen Mitteln, um ihnen ihr schweres Leben doch etwas einfacher zu gestalten.

Einer Organisation wollte ich mich aus unterschiedlichen Gründen nicht anschließen. Mein privates Engagement bleibt jedoch weiterhin bestehen und ich bin dankbar, dass ich die Möglichkeit zu Teilen habe und dadurch meinen Horizont von Mal zu Mal erweitern kann. 

Bilder sagen mehr als tausend Worte… Haben Sie Fragen dazu, freue ich mich über Ihr Interesse. Schreiben Sie mir gerne eine E-Mail.

Liebe Grüße, 

Ramona Anna Glogowski